Strategisches Sourcing von BI-Services: Worauf es zu achten gilt

08. Juni 2009 | Kategorie: BI

Strategische Partnerschaften mit BI-Lieferanten liegen nicht nur aufgrund von Kostenüberlegungen im Trend. Die Erfahrung zeigt, dass im Findungsprozess des geeigneten Sourcing-Modells wie auch bei der Ausgestaltung der Partnerschaften im Einzelnen Bedachtsamkeit geboten ist. Um die angestrebten Ziele zu erreichen, sind die folgenden Schritte zu beachten:

Schritt 1
Standortbestimmung: Der Entscheidung, ob und wie eine strategische Partnerschaft eingegangen wird, sollte eine fundierte Standortbestimmung vorausgehen. Deren Ergebnis muss zweierlei sein: Erstens eine Aussage über den Reifegrad der bestehenden BI-Organisation und –Prozesse. Zweitens eine verbindliche Aussage über die unternehmensweiten BI-Vorhaben und Ziele der Partnerschaft.

Schritt 2
Identifikation der Sourcing-Möglichkeiten: Je nach Reifegrad der bestehenden BI-Organisation und Prozesse lässt sich sodann das geeignete Modell der Zusammenarbeit festlegen, wobei die Praxis typischerweise aus Hybrid-Lösungen besteht.

Schritt 3
Ausgestaltung des gewählten Sourcing-Modells

Schritt 4
Umsetzung. Die Umsetzung des Modells bedeutet einerseits das Schaffen der internen Voraussetzungen, andererseits die Massnahmen zur Identifikation der Partner und Etablierung der Partnerschaft. Grundsätzlich bedeutet die Gestaltung von Sourcing-Modellen im BI-Umfeld die Adressierung unterschiedlicher Spannungsfelder:

Spannungsfeld 1: Preis versus Volumen
Es ist schwierig, Verhandlungen über die Reduktion von Tagessätzen ohne entsprechende Abnahmegarantien des Auftraggebers zu führen. Dies setzt voraus, dass eine verbindliche Aussage  über die anstehenden Aufgaben im Bereich BI-Projekte und BI-Betrieb machbar ist. Daher raten wir, vor dem Einstieg in strategische Partnerschaftsverhandlungen eine BI-Strategie zu erstellen, die die einzelnen Vorhaben identifiziert, sinnvoll synchronisiert und auch Anforderungen in BI-bezogenen Bereichen wie z.B. Architektur und Basis, berücksichtigt.

Spannungsfeld 2: Qualität versus Preis
Grundsätzlich gilt: Qualität hat ihren Preis. Dies sollte auch bei strategischen Partnerschaftsverhandlungen berücksichtigt werden und erfordert Flexibilität: Die grössten Kostenpotentiale liegen im Commodity-Bereich – also jenem Bereich, in dem reine Technologieberatung gefragt ist. Hier sollte auch geprüft werden, ob und in wie weit Near-/Off-shoring-Optionen sinnvoll sind. Das BI-Aufgabenspektrum umfasst jedoch auch breite Kompetenzen in den Bereichen Betriebswirtschaft, BI-Architektur und komplexes Projektmanagement. In diesen Bereichen können langfristig gute Beratungspartner nur durch kompetitive Tagessätze gewonnen und gehalten werden. Vor diesem Hintergrund ist auch zu prüfen, welches Kompetenzprofil vom jeweiligen Partner gestellt werden kann und sollte. Damit die nötige Freiheit besteht, Innovationsthemen und Themen ausserhalb eines gut strukturierbaren Commodity-Bereichs zu adressieren, sollte jedes Sourcing-Modell entsprechende Freiräume in ausreichendem Umfang bieten.

Spannungsfeld 3: Aufrechterhaltung der Qualität bei langen Bindungsfristen
Lange Bindungsfristen, insbesondere auch in Verbindung mit Tagessätzen unterhalb des Marktniveaus, - vor allem von hoch qualifizierten Beratern - reduzieren langfristig das Einbringen von Innovationspotentialen und erhöhen das Risiko des Verlusts guter Berater. Daher sollte die Verpflichtungsdauer der Berater klug bemessen sein und ein kontinuierliches Ausrichten der Aufgaben nach Kompetenzen erfolgen.

Spannungsfeld 4: Reduzierter Sourcing-Aufwand versus steigenden Management-Aufwands
Auch wenn künftige Lieferantenauswahl- und Bewertungsverfahren bei z.B. neuen BI-Projekten entfallen, ist der Aufwand nicht zu unterschätzen, der durch die Steuerung der strategischen Partnerschaft anfällt. Hier nur einige Beispiele der anfallenden Tätigkeiten: Bestellwesen, Projektplanung und Volumenverteilung auf Partner (i.d.R. besteht  nicht nur ein strategischer Partner), Qualitäts-Management, Zielsetzungprozesse, Key-Account/Partner-Management, etc. Hier heisst es, Prozesse und Infrastruktur rechtzeitig zu verankern.

Wenn Sie mehr über die Vorteile und Risiken des strategischen Sourcings erfahren möchten, oder auch konkrete Begleitung in der Gestaltung und Durchführung Ihrer Sourcing-Strategie wünschen, dann stehen Ihnen die Berater von Brightcon gerne zur Verfügung.

Marc Friedrichsen, Partner Brightcon AG

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