Konjunkturaussichten für die Schweiz weiterhin unsicher – Führungskräfte setzen auf Innovation

11. Mai 2016 | Kategorie: Analytics

Schweizer Manager beurteilen die Wirtschaftssituation weiterhin kritisch, so die Ergebnisse einer Studie der Brightcon Group unter mehr als 80 GL-Mitgliedern, durchgeführt in April 2016. Obwohl weiter ein strenges Kostenmanagement nach wie vor als nötig gesehen wird, streben Schweizer Führungskräfte nach neuen Wachstumsfeldern. Die eigenen Innovationserfolge beurteilen sie jedoch selbstkritisch und erkennen hier dringenden Handlungsbedarf.


Für Studienleiter und Brightcon Chairman, Dr. Andrew Mountfield ist klar: „Die Aufgabe des festen Wechselkurses zwischen dem Euro und CHF anfangs 2015 wirkt sich weiterhin auf Schweizer Unternehmen aus“. Die Mehrheit aller Teilnehmer geht von einer konjunkturellen Lage in 2016 aus die knapp „genügend“ ist, ebenso was die Gesamtwirtschaft und die eigene Branche betrifft. Nur was das eigene Unternehmen angeht, sind die Teilnehmer etwas optimistischer und schätzen die Aussichten zu knapp 40% als „gut“ ein. Wie die zweite Sektion dieser Studie zeigt, sind diese Erwartungen nur bedingt durch konkrete Wachstumsprognosen belegt.


Über die Hälfte aller Teilnehmer bestätigen, dass bereits ein Wechselkurs von Euro 1,00 zu CHF 1,10 „strategisch signifikante“ Auswirkungen auf das eigene Unternehmen ausgelöst hat. Neben Einkaufsoptimierung und Kostensenkung im indirekten Bereich werden zunehmend direkte Kosten in der Produktion oder im Marketing und Verkauf angegangen. Dr. Andrew Mountfield zu diesem Resultat: „Es zeigt sich auch in den für 2016 getroffenen Massnahmen, dass nun radikalere Skaleneffekte durch Bündelung von Funktionen, durch Offshoring oder gar Outsourcing gesucht werden. Es gibt kaum Tabu-Themen mehr!“


Die Auswirkungen des CHF-Wechselkurses sind also keineswegs vollständig absorbiert und verlangen weitere Anstrengungen. Aber Schweizer Manager kommen zu einem weiteren Schluss: Durch Kostensenkung alleine ist aber der Unternehmenserfolg nicht gesichert. Neue Wachstumsfelder werden gesucht.


Generell halten sich die Umsatz-Wachstumserwartungen der Teilnehmer für 2016 in Grenzen, gar die Hälfte rechnet mit Nullwachstum oder Rückgang. Wenn Wachstum geplant wird, dann in der Schweiz, und primär mit bestehenden Produkten, bestenfalls mit Ergänzungen zum Sortiment. Die finanziellen Ergebnisse von Innovationen bleiben in 2016 eher bescheiden.


Marc Friedrichsen, Partner bei Brightcon und zuständig für Innovationsberatung hat hierzu eine Erklärung: „Die Teilnehmer der Studie sind selbstkritisch, sowohl was die Systematik der Innovation betrifft, wie auch bei der Einbindung der eigenen Mitarbeitenden. Nur bei 20% der Unternehmen gelingt es, messbare Beiträge der Mitarbeitenden zum Erfolg zu generieren“. Auch die Einbindung von Kunden und Lieferanten geschieht ebenfalls unsystematisch, so Marc Friedrichsen.


Auch der Einsatz von „Big Data“ als Innovationstreiber im eigenen Unternehmen wird kritisch beurteilt. Zwar schätzen zweidrittel der Teilnehmer „Big Data“ (Einsatz von statistischer Analysemethoden zur Identifikation möglicher Innovationsfelder) als signifikant für das eigene Unternehmen, doch beurteilen Sie den bisherigen Erfolg deutlich negativer: 60% geben an, dass die Resultate „eher gering“ oder „vernachlässigbar“ sind.


Eine mögliche Erklärung, so Marc Friedrichsen, liegt im bisherigen Ausbaustand der internen IT-Systemlandschaft, sowie in den organisatorischen Mitteln. 80% der Teilnehmer deklarieren ihre IT-Systeme oder Ressourcen bestenfalls als „im Aufbau“.


Dabei tut Verbesserung not: Die Erwartungen der Teilnehmer sind, dass sich Data-Driven Innovation künftig primär marktorientiert ausrichten soll. Ebenso streben sie bessere Kenntnisse zu Kunden bzw. der Entwicklung neuer Produkte an. Bei 30% der Teilnehmer ist gar die Optimierung des gesamten Geschäftsmodells im Fokus. Nur 20% erkennen Potenzial bei der Verbesserung von internen Planungen und Forecasting. Das Fazit von Marc Friedrichsen dazu: „Sowohl einer Optimierung der internen Prozesse, wie auch eine Mobilisierung externer Daten wird für erfolgreiche Data-Driven-Innovation benötigt.“

Für Fragen zu dieser Studie steht Dr. Andrew Mountfield, Chairman der Brightcon Group, jederzeit zur Verfügung.


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